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A1 Kurs im Jahr 2014

Darmstadt 17.10.2014 Verein organisiert Deutsch-Kurs für syrische Flüchtlinge

Von kaw

DARMSTADT - Der Deutsch-Syrische Verein für Demokratie und Menschenrechte (DS-Verein) unterstützt Flüchtlinge aus Syrien dabei, Deutsch zu lernen.

Der Deutsch-Syrische Verein für Demokratie und Menschenrechte (DS-Verein) unterstützt Flüchtlinge aus Syrien dabei, Deutsch zu lernen.

Sie sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, haben Maschinenbau studiert oder als Schuhmacher gearbeitet. Sie haben in Darmstadt lebende Verwandte oder sind ganz auf sich selbst gestellt. Alle eint, dass sie das vom Bürgerkrieg gebeutelte Syrien verlassen haben, um in Deutschland neu anzufangen. Seit dem Ende der Sommerferien treffen sich zwölf syrische Flüchtlinge aus Darmstadt und Umgebung sechs Mal in der Woche, um deutsche Vokabeln und Grammatik zu lernen.

Organisiert wird der Deutschunterricht vom DS-Verein, der seit drei Jahren umfangreiche medizinische und humanitäre Hilfseinsätze für das Krisengebiet im Nahen Osten organisiert. „In diesem Jahr haben hier lebende Syrer Flüchtlinge aufgenommen. Sie müssen sich dabei verpflichten, für Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, etc. der Flüchtlinge aufzukommen“, sagt Claudia Al-Jasem vom DS-Verein. „Es gibt Leute, die zwölf Personen aufgenommen haben. Die Kosten für Deutschkurse zu übernehmen, hätte deren finanzielle Belastung weiter erhöht. Da wollten wir einfach helfen.“

Auch sollen die Chancen der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Im Gegensatz zu Asylbewerbern können diese eine Arbeit annehmen, sofern die „Arbeitsmarktprüfung“ ergeben hat, dass die Stelle nicht von einem Einheimischen übernommen werden kann. „Viele Flüchtlinge sind ja hoch qualifiziert“, merkt Claudia Al-Jasem an. Doch ohne Deutschkenntnisse sind die Chancen auf eine Anstellung gleich null. „Der Bedarf für Deutschunterricht war offensichtlich.“

Eine profunde Lehrerin war mit Marlene Abdel Aziz-Schachner, die ein Lehrbuch für den Deutschunterricht für Ausländer entwickelt hat, schnell gefunden. Sie bot an, gegen eine geringe Aufwandsentschädigung zu unterrichten. Die Stadt unterstützt den Kurs außerdem mit 900 Euro. Turbulenter ging es bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten zu. „Wir haben in unserem Büro in der Pallaswiesenstraße angefangen“, berichtet Claudia Al-Jasem. „Eine Tafel gibt es dort zwar, aber es war viel zu eng.“ Die Stadt vermittelte einen Raum in der Diesterwegschule. Dann erfolgte, auf Bitte von Marlene Abdel Aziz-Schachner, der Umzug ins Gemeindehaus von St. Elisabeth. „Schon aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus sind wir froh, etwas zur Unterstützung der Flüchtlinge leisten zu können“, sagt Pastoralreferentin Lucia Kehr, die schon häufiger mit dem DS-Verein zusammengearbeitet hat.

Um ihre Schüler sprachlich fit zu machen, muss Marlene Abdel Aziz-Schachner zunächst einmal die unterschiedlichen Sprachkenntnisse angleichen. Manche sprechen fließend Englisch und sind daher auch mit den Buchstaben unseres Alphabets vertraut. Andere kennen diese nur aus weit zurückliegenden Schultagen. Entsprechend reicht die Einschätzung beim Erlernen der deutschen Sprache von „ziemlich leicht“ bis „ist harte Arbeit“.

Doch die Motivation der Gruppe ist hoch. Alle wollen möglichst schnell Deutsch lernen, um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. So ist Marlene Abdel Aziz-Schachner voll des Lobes für das Engagement der Deutsch-Schüler: „Wir machen öfter auch mal länger als geplant.“ Bei der 33 Jahre alten Personalmanagerin Dina wird der Lerneifer noch durch ein weiteres Ziel befeuert: „Ich würde gern einmal Goethe-Texte auf Deutsch lesen.“

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